Willkommen!
Sängerinnen und Sänger der Kantorei an der Melanchthonkirche und ihr Chorleiter Ludwig Kaiser begrüßen Sie herzlich bei Ihrem Besuch auf der Website des Chores, der in Bochum als Konzertchor mit Profil bekannt ist.
Der ausgewogene und differenzierte Klang der Kantorei und die dynamische Ausstrahlung der ca. 40 Chormitglieder sind Ergebnis der intensiven Arbeit mit Ludwig Kaiser, der es versteht, traditionelle und moderne Werke mit großer Ausdruckskraft zum Klingen zu bringen.
Zweimal jährlich tritt der Chor mit Werken überwiegend geistlicher Vokalmusik in der Melanchthonkirche auf, weitere kleinere Situationen können sich im Kulturraum Melanchthonkirche ergeben sowie in gottesdienstlichen Veranstaltungen der Kirchengemeinde Bochum-Wiemelhausen.
Auf den folgenden Seiten möchten wir Ihr Interesse an unserem Chor und seinen Veranstaltungen wecken. Sie finden neben dem aktuellen Programm Konzertkritiken, Informationen zur Ausrichtung des Chores sowie Kontaktmöglichkeiten
Sonntag, 8. März 2026, 18:00 Uhr
Melanchthonkirche Bochum
Passion.Leidenschaft
Musik von John Dowland, Henry Purcell, Felix Mendelssohn Bartholdy, Astor Piazzolla u.a.

Klavier: Tobias Bredohl
Akkordeon: Dr. Maik Hester
Kantorei an der Melanchthonkirche
Leitung: Ludwig Kaiser
Eintritt: 20 | 10
Reservierungen bitte unter Tel. 0234 3252448 oder unter
www.kulturraum-melanchthonkirche.de
Was verbindet die Moments musicaux von Franz Schubert mit Henry Purcells Music for a while und Astor Piazzollas Adios Nonino? Es ist die Hingabe an den gegenwärtigen Augenblick, die Musik über die Jahrhunderte hinweg vereint.
Warum kann ein Programm in der Passionszeit von ‚weltlichen Leidenschaften‘ handeln?
Weil es das Dilemma aller geistlichen Musik ist, den vermeintlichen Inhalt zwar durch die Wahl eines Titels oder eines zu vertonenden Textes, nicht aber eigentlich musikalisch ausdrücken zu können. Denn Musik ist nur ihren eigenen Sprachintentionen verpflichtet, durchaus des Geistes voll, doch an keine Konfession gebunden – auch im Gegensatz nicht schlichtweg weltlich!
So dichtet Paul Gerhardt sein Passionslied O Haupt voll Blut und Wunden auf die Melodie des Liedes Mein G’müt ist mir verwirret, das macht ein Jungfrau zart des Hans Leo Hassler aus seinem Lustgarten neuer teutscher Gesäng.
Dass sich ein Passionslied mit dem Leiden Jesu beschäftigt und das weltliche Pendant von leidenschaft(lichen) Verwirrungen handelt – irritiert.
Doch begegnen wir in der Dichtung Paul Gerhardts einer erotisch-mystischen Tradition des Passionsstoffes, einer Tradition, die Körperlichkeit, Leidenschaft und Nähe von Lust und Schmerz kennt. Gerhardt knüpft mit seiner Lieddichtung direkt an den Hymnus Salve caput cruentatum des Arnulph von Löwen an. So sieht er im geschändeten ‚edlen Angesicht‘ Jesu noch die ‚Farben seiner Wangen‘, der ‚roten Lippen Pracht‘, die nun vergangen ist, spricht von Jesu Mund, der ihn ‚gelabet hat, mit Milch und süßer Kost‘ – mancherlei Himmelslust miteingeschlossen. Und auch im letzten Todesstoß will er Jesus fassen ‚in Arm und Schoß‘.
Ludwig Kaiser